Internetradios gibt es wie Sand am Meer. Viele Streamen nach Lust und Laune, andere lassen Ihre Nutzer entscheiden, welche Art von Musik sie hören möchten (last.fm zum Beispiel). Bis vor einige Jahren war auch noch pandora.com in aller Munde – bis diverse Lizenzmodelle den Empfang außerhalb der USA unterbanden.
Auf der Suche nach dem Genom der Musik
pandora.com
Manche mögen den Service noch kennen: pandora.com. Ein Internetradio, das sich den Untertitel "The Music Genome Project" wirklich verdient. Denn es basiert nicht auf kolaborativen Ergebnissen eines Social Networks ("was viele hören ist für viele gut"), sondern auf für jeden verfügbaren Song nahezu objektiv vergebenen Attributen. Pandora fragt zum Einstieg nach einem Künstler oder einem Song, den man gerne hören möchte, und leitet von dort aus die Stilrichtungen und Musiken ab, die dem geneigten Hörer gefallen könnten. Das, was man dann vorgesetzt bekommt, darf bewertet werden – mag ich, mag ich nicht, der nächste bitte. Diese Entscheidungen haben Einfluss auf die zukünftig gebotenen Inhalte. Fantastisch intuitiv und richtig schön zu bedienen.
Der Unterschied zu anderen Radios ist, dass die Ergebnisse meines Erachtens richtig, richtig gut sind. Und sie basieren ausschließlich auf meinen Entscheidungen und Eingaben, nicht das, was andere User mit meinem Musikgeschmack verwechseln.
Das Team hinter Pandora, das uns Songs näher bringen möchte, die wir nicht kennen aber mögen könnten, nimmt sich pro Song 20-30 Minuten um neben Melodie, Harmonie, Instrumentation, Rhythmus, Vocals, Text bis fast 400 Charaktermerkmale zu analysieren. Wie der Algorithmus hinter der Suchanfrage aussehen muss, kann man sich selbst ausmalen.
Aber was schwärme ich hier herum, pandora.com begrüßt deutsche Besucher mit einem hübschen "Restricted". Man würde es zutiefst bedauern, aber aufgrund von Lizenzlimitierungen ist Pandora nur noch für US-Bürger empfangbar. Oder?
Pandora außerhalb der USA: Es geht doch!
Vorweg: wir bewegen uns hier vermutlich nicht ganz allzudickem Eis, auch wenn die einfache Reziption eines Internetservice unproblematisch sein sollte. Selbst wenn man eingebaute Blockaden einfach umgeht (hallo Frau von der Leyen).
Wer also pandora.com noch kennt und wiederhaben möchte (wie ich) oder kennenlernen will und etwas Zeit und Computeraffinität mitbringt, darf sich an diesem Tutorial ausprobieren.
Eine Kurzfassung:
- Zugang zum TOR-Netzwerk einrichten. Das verschlüsselt nämlich die Herkunft Eurer Anfragen, indem es Eure Daten quer über den ganzen Globus schickt. Eine "Wo stehst Du"-Abfrage ergibt stets den letzten Ausgangsrechner in der Kette, der werweißwo stehen kann.
- TOR beibringen, dass man gerne nur amerikanische Ausgangsrechner haben möchte. Denn einer aus der Czechischen Republik bringt uns auch nicht weiter.
- Mit FoxyProxy das TOR-Netzwerk entlasten und wirklich nur die Anfragen durch TOR routen, die zurückgewiesen werden würden. So bleibt auch der Audio-Stream und das ganze Handling performant.
- Pandora genießen.
Wie gesagt, genaue Anleitung im oben genannten Tutorial. Wer sich über Privatsphäre und Narrenfreiheit Gedanken macht, darf gerne einschlägige Google-Ergebnisse konsultieren.
Tags: Internetradio, Pandora, USA
[...] Zeichens mein Webdesigner und gelegentlich Mitautor dieses Blogs) erklärt nämlich drüben im Studio-PM-Blog, wie sich die Sperre brechen lässt. Viel Spaß (und [...]